Was ist Elefantenknoblauch?


Elefantenknoblauch fällt zuerst durch seine Größe auf. Seine Knollen können erheblich größer werden als die des gewöhnlichen Knoblauchs, und schon eine einzelne Zehe kann die Größe einer kleinen Knoblauchknolle erreichen. Auch geschmacklich gibt es Unterschiede: Elefantenknoblauch ist meist milder und weniger scharf.
Trotz seines Namens ist Elefantenknoblauch jedoch nicht einfach eine besonders großwüchsige Knoblauchsorte. Botanisch gehört er zu einer anderen Art.

Elefantenknoblauch ist kein gewöhnlicher Knoblauch

Der gewöhnliche Knoblauch trägt den botanischen Namen Allium sativum. Elefantenknoblauch wird dagegen Allium ampeloprasum zugeordnet. Zu dieser Art bzw. diesem Formenkreis gehört auch der Porree (Allium ampeloprasum var. porrum).
Damit sind Elefantenknoblauch und gewöhnlicher Knoblauch zwar beide Vertreter der Gattung Allium, botanisch aber nicht dasselbe. Die große, aus mehreren Zehen aufgebaute Knolle lässt Elefantenknoblauch auf den ersten Blick wie einen überdimensionalen Knoblauch erscheinen – seine nähere Verwandtschaft liegt jedoch beim Porree.

Knollen und außergewöhnlich große Zehen

Elefantenknoblauch bildet große Knollen, die sich – ähnlich wie beim gewöhnlichen Knoblauch – in mehrere einzelne Zehen teilen. Auffällig ist vor allem deren Größe: Schon eine einzelne Zehe kann Dimensionen erreichen, für die man bei gewöhnlichem Knoblauch mehrere Zehen benötigen würde.
Die Zehen einer Knolle sind nicht alle gleich groß. Neben besonders großen Zehen finden sich meist auch kleinere. Ihre Größe macht Elefantenknoblauch nicht nur optisch ungewöhnlich, sondern erleichtert auch die Verarbeitung in der Küche: Die großen Zehen lassen sich gut schälen, in dicke Scheiben schneiden, grillen oder im Ganzen rösten.
An der Außenseite der Knolle können sich außerdem kleine, harte Brutzehen bilden. Sie sehen völlig anders aus als die großen Zehen der Knolle und dienen der Vermehrung.

Brutzehen – eine Besonderheit des Elefantenknoblauchs

Eine Besonderheit des Elefantenknoblauchs sind die kleinen Brutzehen, die sich außen an der eigentlichen Knolle bilden können. Sie sitzen unter der Erde und sind häufig von einer sehr harten, festen Schale umgeben. Dadurch unterscheiden sie sich deutlich von den großen Zehen im Inneren der Knolle.
Auch aus diesen Brutzehen können neue Pflanzen entstehen. Ihre Entwicklung dauert jedoch länger als bei der Pflanzung einer großen Zehe. Im ersten Jahr entsteht häufig zunächst eine ungeteilte Rundknolle. Wird diese erneut gepflanzt, kann sich daraus später die typische große, aus mehreren Zehen bestehende Knolle entwickeln.
Für die Vermehrung sind die Brutzehen besonders interessant, weil eine ausgewachsene Pflanze zusätzlich zur eigentlichen Knolle mehrere davon bilden kann. Auf diese Weise lässt sich ein Bestand nach und nach erheblich vermehren.
Ausführlich behandeln wir die Vermehrung mit Brutzehen auf der Seite
Anbau.

Wie die Pflanze wächst

Elefantenknoblauch entwickelt kräftige, breite Blätter und kann eine stattliche Höhe erreichen. Im Frühjahr nimmt das Wachstum deutlich zu. Aus der im Boden sitzenden Zehe beziehungsweise Rundknolle entwickelt sich zunächst das Laub, während gleichzeitig die neue Knolle heranwächst.
Unter geeigneten Bedingungen bildet die Pflanze einen kräftigen Blütenstängel mit einer kugelförmigen Blütendolde. Die Blüte macht Elefantenknoblauch auch optisch zu einer auffälligen Pflanze im Garten.
Elefantenknoblauch im eigenen Anbau in Deutschland
Elefantenknoblauch im eigenen Anbau in Deutschland
Mit zunehmender Reife beginnt das Laub zu vergilben und einzuziehen. Unter der Erde ist inzwischen die neue Knolle entstanden. Je nach Entwicklungsstadium kann sie aus mehreren großen Zehen bestehen oder – insbesondere bei aus Brutzehen gezogenen jungen Pflanzen – zunächst als ungeteilte Rundknolle ausgebildet sein.
Pflanzzeit, Pflege, Blüte, Ernte und der mehrjährige Weg von der Brutzehe zur großen Knolle behandeln wir ausführlich unter
Anbau.

Geschmack und Verwendung

Elefantenknoblauch schmeckt deutlich milder als gewöhnlicher Knoblauch. Die typische Knoblauchnote ist vorhanden, tritt aber weniger scharf und intensiv hervor. Dadurch eignet er sich auch für Gerichte, bei denen gewöhnlicher Knoblauch schnell zu dominant werden kann.
Die großen Zehen lassen sich leicht schälen und vielseitig verwenden – roh, gebraten, gegrillt oder im Ofen geröstet. Beim Erhitzen wird der Geschmack noch milder und entwickelt eine angenehm aromatische Note
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Mehr über Geschmack, Zubereitung und Verwendung

Elefantenknoblauch und gewöhnlicher Knoblauch im Vergleich

Botanik
Elefantenknoblauch: Allium ampeloprasum
Gewöhnlicher Knoblauch: Allium sativum
Größe
Elefantenknoblauch: sehr große Knollen und Zehen
Gewöhnlicher Knoblauch: deutlich kleinere Knollen und Zehen
Geschmack
Elefantenknoblauch: meist mild und weniger scharf
Gewöhnlicher Knoblauch: meist kräftiger und schärfer
Vermehrung
Elefantenknoblauch: große Zehen und zusätzlich außen gebildete Brutzehen
Gewöhnlicher Knoblauch: hauptsächlich über die Zehen der Knolle
Botanische Verwandtschaft
Elefantenknoblauch: näher mit dem Porree verwandt
Gewöhnlicher Knoblauch: eigenständige Knoblauchart
Elefantenknoblauch ist also nicht einfach „Knoblauch in XXL“, sondern eine botanisch andere Pflanze mit eigenen Eigenschaften.

Woher kommt Elefantenknoblauch?

Elefantenknoblauch gehört zum Formenkreis von Allium ampeloprasum, dessen natürliche Verbreitung im Mittelmeerraum und angrenzenden Gebieten liegt. Heute wird Elefantenknoblauch jedoch in vielen Regionen der Welt kultiviert.
Im englischen Sprachraum ist er vor allem als „Elephant Garlic“ bekannt. Trotz dieses Namens handelt es sich, wie oben beschrieben, nicht um eine besonders große Sorte des gewöhnlichen Knoblauchs.
Auch in Mitteleuropa lässt sich Elefantenknoblauch gut anbauen. Entscheidend sind vor allem ein geeigneter Boden, ausreichend Platz und die richtige Kulturführung. Unsere eigenen Erfahrungen mit dem Anbau in Deutschland und Portugal zeigen dabei, wie sich die Pflanze unter unterschiedlichen Bedingungen entwickelt.

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